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Die Zeichen der Zeit erkennen

Der durch die Covid-19-Pandemie bedingte Lockdown hat nahezu jeder Branche aufgezeigt, welche Geschäftsmodelle funktionieren und eine Zukunft haben. Ein großer Gewinner ist in der öffentlichen Berichterstattung omnipräsent, obwohl dieser in einer Branche aktiv ist, die eigentlich leidet. Amazon hat selbst im Krisenjahr 2020 seinen Umsatz um 38 % gesteigert und führt den positiven Wachstumstrend seit der Gründung 1994 fort. Der CEO Jeff Bezos zählt zu den reichsten Menschen der Welt.

Was macht dieses Unternehmen anders als seine Wettbewerber?

Es hat die Zeichen der Zeit erkannt und von Beginn an auf Innovation gesetzt. Der Wandel der Zeit wurde weit vor der flächendeckenden Digitalisierung erkannt und trotz geringerer Auswahl an Software- und Tool-Lösungen umgesetzt.

Eine andere Kundensicht auf die Dinge

Im letzten Jahr hat ganz Deutschland einen Digitalisierungsschub erfahren. In nahezu jeder Branche fand ein Umdenken und die Auseinandersetzung mit digitalen Lösungen statt. Ein Prozess, bei dem Amazon bereits auf Erfahrung setzen konnte. Dazulernen und nachziehen mussten die Anderen. Die Zielgruppe und Kunden tat dies- für viele überraschend – relativ schnell und nachweisbar. So verzeichnet eine aktuelle Studie, dass vor allem die Generation 50+ digital affiner geworden ist. Die Aversionen wurden deutlich abgebaut und haben sich gewandelt in Richtung einer regelrechten Forderung nach digitalen Schnittstellen. Auf der Suche nach Produkten und Beratung hatten diejenigen Vorteile, die sich rechtzeitig platziert haben. Dazu zählt im Handel bereits jetzt Amazon, während das Rennen in anderen Branchen noch offen ist.

Was kann man von Amazon und Co. lernen?

Die aktuelle Geschäftssituation sagt nichts über die Zukunft aus und ist bei Weitem keine Garantie für langfristigen Erfolg. Das gilt auch für die Kanzlei-Branche. Vieles ist in Bewegung und die aktuell hohe Nachfrage darf nicht zu falschen Rückschlüssen führen. Wer zukünftig relevant bleiben möchte, muss ansprechbar für seine Mandanten sein. Die Kanzleien werden in einen Transformationswettbewerb innerhalb der Branche treten müssen. Gewinnen wird der, der seine Schnittstellen erweitert und damit auf die neuen Anforderungen der Mandanten reagieren kann. Denn es ist klar, dass gute Leistung in Zukunft nicht mehr ausreicht, um langfristige Geschäftsbeziehungen zu erhalten. Neben den Werten Seriosität, Vertrauen, Zuverlässigkeit und Kompetenz wird der Faktor Innovation eine gewichtige Rolle bei dem Marktauftritt der Kanzlei spielen.

Weil einfach einfach einfach ist

Mit der digitalen Transformation verbinden viele Unternehmen vor allem eine Vereinfachung von Prozessen. Dieser Anspruch wird auch auf die datensensible Kanzleibranche angelegt werden, einem Bereich, der sehr zeit- und arbeitsintensiv ist. Da wirken die Vorteile der digitalen Kommunikation sehr reizvoll, zumal die Lösungen vorhanden sind. Um für eine spürbare Erleichterung zu sorgen, hilft eine Bündelung der Mandantenkommunikation. Insbesondere in den klassischen Hochphasen des Jahres, dem Jahresabschluss und den Steuererklärungen, ist ein kanalisierter Prozess von Vorteil. Die zentrierte Anlaufstelle bietet Mandantinnen und Mandanten sowie Beratern und Beraterinnen eine weitere Schnittstelle, die zudem in viele Systeme implementierbar und erweiterbar ist. So können Dokumente ausgetauscht werden, Fragen geklärt und alle involvierten Parteien auf dem Laufenden gehalten werden. Die Innovation liegt in der Einfachheit der Sache.

Die Maßstäbe für Kanzleien werden in Zukunft angepasst. Die Mandantenseite wird den Druck zur digitalen Transformation erhöhen und so Berater und Beraterinnen zur Innovation „zwingen“. Eine frühzeitige Positionierung und Auseinandersetzung mit dem Thema kann für einen Vorsprung im brancheninternen Wettbewerb sorgen. Wer also auf fast alle Eventualitäten gerüstet sein möchte, der blickt in die Zukunft und bietet Lösungen an. Die Branche muss visionär denken und versuchen, vor die Welle der Erwartungen zu kommen, um zum Beispiel die Kommunikation mit den Mandanten zu intensivieren und dadurch zu erhalten.

Niklas Herberg

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