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Die Kanzleibranche muss heute schon an morgen denken

In unserer Interviewreihe „5 Fragen an …“ begrüßen wir zum Start unseres neuen Leistungsangebots Duale Kanzleientwicklung unseren Kooperationspartner Stefan Nowak von der Haufe Group SE. Als Bereichsleiter Produktmanagement und Vertrieb Tax Consultants hat er tiefe Einblicke in die Branche und kann eine langjährige Berufserfahrung vorweisen. Wir haben mit ihm über den passenden Ansatz für die Steuerbranche, Veränderung und den richtigen Zeitpunkt gesprochen.  

 

Bei der dualen Kanzleientwicklung gehen Sie auf drei Faktoren ein. Der Mensch, die Organisation und die Software/Tools. Wieso sehen Sie in diesen drei den entscheidenden Ansatz?

 

SN: Change und generell digitale Entwicklung ist ein großes Thema über alle Branchen hinweg. Kanzleien sind ein riesiges Gebilde an unterschiedlichen Typen, Positionen und Leistungsbereichen. Da ist es ineffektiv, den Kanzlei-Inhaber als Vorreiter zu ernennen oder die Verantwortung an einer Person festzumachen. Das Konzept der digitalen Transformation funktioniert in unserem Ansatz nur durch den Einbezug aller Parteien. Durch die Verbindung von Mindset, Technik und Organisation können die Kanzleien große Fortschritte machen. Wir sind von unserer Vorgehensweise überzeugt, da wir an allen relevanten Punkten Maßnahmen ergreifen und in die Umsetzung kommen. Durch die Weiterbildung der Mitarbeiter*innen, die Neuausrichtung der Organisation und die Implementierung der Tools erzeugen wir eine Dynamik, die positiven Wandel zur Folge hat.

 

Welche Erfahrungen machen Sie mit Menschen, deren Arbeit immer digitaler wird? Wie erhöht man die Bereitschaft zur Veränderung?

 

SN: Es gab zwei Ansichten zu dem Thema. Die einen dachten, dass sich mit den digitalen Lösungen die Veränderung einstellt und ein anderes Denken entwickelt wird. Die anderen wiederum, dass ein Workshop oder eine Schulung den Unterschied ausmachen würde und ein digitales Mindset und Offenheit für die Veränderung sorgt. In einer Branche, die vornehmlich aus Umsetzer*innen besteht, reifte der Gedanke, dass beides irgendwie zusammengehört. Es bedarf nur der Ordnung und der Einhaltung einer gewissen Chronologie im Ablauf. Zugleich die Erkenntnise, dass es bei der digitalen Transformation nur ein Startdatum gibt, aber kein fertig und Prozesse immer verbessert werden können.

Die Bereitschaft für etwas Neues bedarf demnach dem Zusammenspiel von mehreren Komponenten. Einzeln für sich genommen, greift eine Maßnahme nicht effektiv und lange genug. Die Symbiose von Vision, Anwendung und Begeisterung ergibt den Sinn und legt den Schalter um.

 

Ganz oft hört man im Falle von gescheiterten Transformationen, dass die Technologie oder die Mitarbeiter*innen noch nicht so weit waren. Es hat in der Vergangenheit nicht gepasst, weil man nicht auf demselben Entwicklungsstand war. Befinden wir uns jetzt in genau der richtigen Zeit für den Wandel?

 

SN: Die Pandemie und die damit einhergehenden Veränderungen in der Arbeitswelt haben sicherlich einen positiven Einfluss auf die Transformation gehabt. Die Mitarbeiter*innen haben gesehen, was rings um sie herum alles passiert und welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Allerdings liegt es aus meiner Sicht an der Führung, diesen Prozess anzustoßen. Im Rahmen der aktuellen Auslastung durch die zunehmende Beratung und die Corona-Hilfen hat die Transformation in einer boomenden Branche dennoch keine Priorität. Daher bedarf es in der Kanzleibranche aktuell noch mehr Überzeugungsarbeit, um Sie von der langfristigen Arbeitserleichterung zu überzeugen.

Die Technologie hat sich in den vergangenen zehn Jahren rasant entwickelt. Die Menschen der Branche haben durch Corona ein Verständnis für die Notwendigkeit von Transformation entwickelt, auch in Ihrer Branche. Was in den Kanzleien fehlt, ist der letzte Funke, der beides auf ein Level bringt. Die richtige Zeit ist auf jeden Fall jetzt und ich bin überzeugt, das die Entwicklungen und Gegebenheiten ein echter Boost-Faktor für den Wandel sein werden.

 

Der digitale Wandel hat großen Einfluss auch auf die Organisation, die Sie in Ihrem System als relevanten Faktor bezeichnen. Wo sehen Sie die großen Veränderungen in Sachen Führung in der nicht mehr allzu fernen Zukunft?

 

SN: Aus meiner Sicht sprechen wir über einen Zeitraum von fünf Jahren, in dem sich die Branche neu erfinden muss. Vom klassischen Steuerberater hin zum Unternehmer mit einem Gefühl für das eigene Geschäftsmodell. Zwar gab und gibt es aktuell keinen Mangel an Aufträgen und Mandanten. Die Potenzial-Pipeline ist voll und der Markt für Nachwuchskräfte ist noch nicht so dramatisch klein. Wenn wir allerdings den digitalen Wandel mit der dualen Kanzleientwicklung angehen wollen, bedarf es dem Blick in die Zukunft. Schließlich benötigt die Kanzlei als Ganzes ein Zielbild, eine Vorstellung, wohin die Reise gehen soll. Auch wenn Bestandsthemen aktuell attraktiver sind als neue Leistungserstellung, muss der Blick geweitet und die Auseinandersetzung mit unternehmerischen Aspekten wie Risiken, Szenarien und Strategien aufgenommen werden. Die Erfahrungen der Mandanten müssen die Organisation auf sich selber übertragen und zum Zukunftsforscher werden. Es bedarf zukünftig mehr Eigen-Fürsorge und Verantwortlichkeit.

 

Die duale Kanzleientwicklung ist eine ganzheitliche und nachhaltig durchdachte Strategie für Kanzleien, die sich zukunftsfähig machen wollen. Ist dieses Konzept auf andere Branchen übertragbar?

 

SN: Wir als Haufe Group verfügen über eine enorme Branchenerfahrung und sprechen die Sprache der Steuerberater*innen. Wir kennen die Bedürfnisse und Wünsche der Kanzleien, aber eben auch deren Schwachstellen. Daher haben wir diesen Ansatz entwickelt und punkten dort mit unserem Wissen und Erfahrungen. Wir kommen als Branchenkenner mit dem Blick von Außen auf die Kanzleien zu, mit dem Anspruch, die Branche zukunftsfähig zu machen. Wir sehen, was die Steuerberater durch Ihren rechtlichen Rahmen und die regulativen Vorgaben nicht sehen können bzw. womit Sie sich bisher nicht beschäftigen mussten. In der Steuerbranche ist die digitale Transformation eine vorbeugende Maßnahme, um nicht abgehängt zu werden. Neue Leistungsfelder, die bereits identifiziert sind, können schneller angegangen und die zunehmende Arbeit zukünftig effizient gestaltet werden. Unser Ansatz sieht den gemeinsamen Weg im Sinne unserer Mandanten vor und zielt auf eine Zukunftsfähigkeit ab.

 

Stefan Nowak - Haufe
Stefan Nowak

Bereichsleiter Produktmanagement und Vertrieb Tax Consultants

bei Haufe-Lexware GmbH & Co. KG

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Emre Karakas
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